Ewig Bewerbungen schreiben, sich vom Praktikanten zum Junior hocharbeiten, während andere die Stelle einfach hinterhergeschmissen bekommen? Sich die Auflegerei selber mühsam beibringen oder gar von Casting zu Casting hetzen? Das braucht heut doch keiner mehr, wenn er nur einigermassen aussieht und gewisse Talente mitbringt. Ach, das ist bei Dir so und trotzdem bekommst Du keinen Fuß in die Tuer? Wir haben hier eine Anleitung mit der es hundertprozentig funktioniert. Du musst nur, nun sagen wir, offenherzig sein. Werd doch einfach Groupie mit Jobaussicht!
Groupie, also gut, das klingt erst mal negativ. Dabei handelt es sich hier um eine recht emsige Spezies, deren Entwicklung nähere Betrachtung verdient. “Groupies, na das sind doch Modelle, die Rockstars lieben”, sagt meine Oma. Namen wie Jerry Hall und Uschi Obermaier fallen. Oder Bianca Jagger, doch die war Anwältin für Menschenrechte und hatte das eigentlich nicht nötig. Nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit des Ruhms lagen die Nachteile auch schnell auf der Hand: finanzielle Abhängigkeit und Austauschbareit, vom Altern mal ganz Abgesehen.
Das war in den 70ern. Heute ist alles anders. Ehefrau möchte heute keiner mehr werden. Die neue Generation von Groupies ist zielstrebig, flexibel und belastbar. Sie sind nicht mehr nur talentfreie Anhängsel ihrer Lover – nein, der Lover dient einfach als Sprungbrett zum eigenen Ruhm. Ob Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin, Djane oder auch weniger glamuröse Jobs: durch eine simple Stellenanzeige jedenfalls sind einige Damen und Herren! nicht dahin gekommen wo sie jetzt sind.
Beuterevier sind zunächst, ganz wie früher, die Clubs. Der Gewinn des Groupies manifestiert sich in ersparten Aufwendungen in Form von Gästelistenplätzen und Getränkemarken. Darüber hinaus kommt man in Backstage-Bereiche, bekommt schicke Bändchen, die die anderen nicht haben. Aber das Endziel ist ein anderes als das der Groupies aus den 70ern und 80ern, denn für das moderne und schlaue Groupie winken am Ende einträgliche Jobs. Karriereweg Groupie sozusagen, auch ohne Gründungszuschuss.
Erster Schritt: die Praktikumszeit. Die ist natürlich erst einmal undankbar, wie überall. Die Anwesenheit des Groupies ist oft nur geduldet, bestenfalls erwünscht. Aufgaben: hübsch aussehen, Arsch hinhalten, auch wenn man mal keine Lust hat, kichern – ansonsten aber Klappe halten. Mal Koks auf den Titten ziehen lassen und so halt.
Doch die Chancen auf erfolgreiche Weitervermittlung stehen jetzt gut. Schließlich bewegt sich das Groupie in einem eher eingeschränkten Kreis, unter DJs, Club- und Barbesitzern, Magazin- und Agenturleitern. In diesem Bereich hüpft es von Gönner zu Gönner oder wird nach Bedarf geschoben, man kennt sich halt und bleibt unter sich. Abnutzungsgefahr braucht es nicht zu fürchten, jedenfalls nicht vor dem 25. Lebensjahr.
Als lose Bettgeschichte kommt es aber natürlich nicht weit. Zeit für den zweiten Schritt: Das Groupie muss die feste Freundin des Zielsubjekts werden. Von da an geht alles ganz einfach. Das Groupie darf jetzt die Gästeliste betreuen, kann den Gönner überreden, ihm ein Praktikum zu verschaffen oder einen Job an der Bar. Auch beliebt: Modeljobs. Andere Möglichkeit: mit dem Freund gemeinsam “auflegen”. Drückt man halt auch mal auf einen Knopf am Laptop, hängt sich den Kopfhörer um und lässt davon ein Foto machen. Easy das.
Nun kommt der dritte Schritt: Der Gönner muss seine Skills weitergeben, das Groupie anlernen und schließlich Kunden und Jobs für seinen geschmeidigen Lehrling akquirieren. Dieser wird sich nun selbst als Sängerin, Moderatorin, Schauspielerin oder was auch immer versuchen, hier kommen diverse Berufszweige in Frage. Damit kann das Groupie dann langsam seinen Lebensunterhalt bestreiten und ist dort angelangt, wo es sein wollte: im Berufsleben.
So läuft das heute. Mit dieser einfachen Anleitung kannst auch Du es weit bringen! Gelungene Beispiele gibt es zur Genüge!




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