Man hatts oder man hatts nett!

Tja, wieder mal strich ein fulminant feuchtfroehliches Wochenende vorbei, an mir selbst und an den ganzen anderen Nasen ebenfalls. In dieser Ausgabe moechte ich die Welt teilhaben lassen, an meinem mehr als erfolgreich gegluecktem Versuch im Katerholzig an der Stange zu tanzen. Ohne mich unnoetig aufwerten zu wollen:

Damn, I was hot!

Aber ganz von vorne. An einem Sonnenstrahlen durchzogenen Sonntag begab sich meine Wenigkeit ins Katerholzig, mit einem gefühlten Alkoholpegel von zehn mal zehntausend Promille. Nach den ersten lustlosen Versuchen die Tanzfläche zu rocken, fiel mir die einsam dastehende Poledance-Stange auf der hölzernen Tribüne auf. Ein ideales Podest für einen Menschen, der gerne durch „peinliche“ Auftritte die Blicke der Menschen auf sich zieht und somit versucht, seine latent vorhandene Profilneurose auszugleichen. Aber mal ganz unter uns: Wem geht das nicht so in Berlin? Ich tat also das, was ich am besten kann, nämlich mich auszuziehen und mich in die tummelnde Menge zu stürzen, an der Bar vorbeizuzischen und mit großen Schritten gen Tribüne zu waten. Da stand ich, mit meinem Revolverheld T-Shirt (das habe ich einst nach meinem ersten Rockkonzert mit Fünfzehn auf der Großen Freiheit in Hamburg erstanden und von dem ich später, weil es mir dann doch ein bisschen peinlich war, die Ärmel abschnitt und auf links drehte) und fing an, mich mit eleganten Bewegungen zum Takt der Musik an dem riesigen metallenen Phallus zu räkeln. Dass ich am Montag den „Kater“ meines Lebens haben sollte, war mir in diesem Moment natürlich nicht bewusst. Und mit Kater meine ich ausnahmsweise mal einen Muskelkater und kein versoffenes Chucky-die-Mörderpuppe-Gesicht.

Nach Beginn meiner kleinen erotischen Tanzeinlage merkte ich, wie die ersten Druffis, Kaputtis und Schwulis auf mich aufmerksam wurden.
„Fuck, was mache ich hier eingentlich?“, war mein erster Gedanke, doch die Pfiffe und Zurufe wie z.B. „Yeah, du geile Schlampe!“ animierten mich zum Weitermachen. Ein tolles Gefühl!

Notiz am Rande: Fühlst du dich schlecht und ohne Mut, dann geh’ ins Kater, tanz’ an der Stange, das tut dir gut!

Nach gefühlten zwei Stunden Stripeinlage (ich schaute auf die Uhr, es waren eigentlich nur zwanzig Minuten) begannen die Schwielen und blauen Flecke weh zu tun und ich beschloss meine Show zu beenden. Nach der letzten lasziven Drehung, von der mir dann auch echt schlecht wurde, kam ich zum Stehen und verbeugte mich vor meinem Publikum. Ein paar klatschten und anstatt dass mir Rosen oder Schlüpper auf die Bühne geworfen wurden, flog ein mir ein riesiger dunkelblauer Weekday-Parka mitten ins Gesicht.

Ich überlege bis heute noch: Entweder ist das die wohl größte Ehre, die man als Performender bekommen kann oder es hieß schlicht und ergreifend: „Zieh’ die was an Junge und geh’ nach Hause!“

Hmmm … Einundzwanzig Uhr dreißig, Zeit nach Hause zu gehen!

 

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