Recap: Lollapalooza 2015

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Es ist/war absurd. Ein  Festival gute 1km Luftlinie von meinem Balkon entfernt, irgendwie passt es nicht. Zu Festivals muss man doch eigentlich hinfahren und so, mit Camping und nicht duschen und so. Aber ey, ich habe dieses Wochenende gelernt, dass es auch gut ohne Stinken geht, obwohl ich nach den Auftritten von Deichkind, den Beatsteaks und Seeed wohl auch nicht mehr nach Rose gerochen habe. Aber nochmal von vorne.

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Es ist Mitte Septemeber in Berlin. Die Sonne knallt. 25 grad! Das weltbekannte Lollapalooza Festival hat seine erste Station in Europa gefunden. Auf dem Flughafen Tempelhof bei uns im schönen Berlin, sollten die Zelte und Bühnen für bis zu 50.000  Festivalgäste (Pro tag) aufgeschlagen werden. Ich muss zugeben, ich war etwas skeptisch, dass das organisatorisch zu stämmen ist und nicht in einem absolutem Chaos endet. Aber abgesehen davon, dass am ersten Tag 50% beinahe an platzenden Blasen gestorben wären, weil zwei Dixies nun mal nicht für 50.000 Leute ausreichen, oder  Longsdrinks-Stände so selten aufzufinden waren, wie gutes Sushi nachts um halb 3, lief es eigentlich ganz gut. Positiv hervorzuheben auch das schnelle Reagieren der Veranstalter auf die Toiletten-Situation am zweiten Tag. Longsdrinks blieben leider trotzdem eine Rarität und der schlafwandelnde Barkeeper an der Mainstage 1 mixt wohl noch heute mein Vodka Lemon.

Mindfuck

Ein großer Mindfuck für mich war auch die Tatsache, dass 50.000 Leute ausreichend Platz auf gefühlt einem Zehntel des Tempelhofer Flugfeldes gefunden haben – Wie verdammt groß ist diese innerstädtische Oase bitte? Zu keinem Moment kam das Gefühl der Enge auf, das war sehr angenehm. Allerdings muss man leider anmerken, dass dieser Teil des Feldes nun mal eine Asphaltwüste ist, die mit Schönheit soviel zu tun hat wie Kader Loth. Wirklich gemütlich wurde es deshalb nie so richtig auf dem Gelände. Ich vertraue aber den Veranstaltern und denke, dass sich das auch bessern wird. Vielleicht kann man ja die große Wiese des Feldes doch noch irgendwie mitnutzen. Wirklich gemütlich muss es aber auch nicht werden, denn man rennt eh von Top-Act zu Top-Act von Bühne zu Bühne, keine Zeit für stundenlanges Rumfletzen auf irgendwelchen Strohballen – Lollapalozza schickt dich mit straffen Zeitplan durch das Lineup – pünktlich deutsch !

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Let me in forever !

Meine persönlichen Highlights dieses Jahr sind ganz klar die Berlin-Legenden Seeed und Beatsteaks. Auch Deichking zähle ich mit dazu. Was Deichkind bei einer Liveshow auffährt ist nicht mehr normal. Da reitet man schon mal gerne mit einem riesigen Holzfass durch die Menge oder in einem mit Federn gefüllten Riesenplanschbecken – WTF. Auch der Rest der Liveshow war nicht minder spektakulär. Ganz großes Kino was Deichkind da abliefert ! Bei Seeed und Beatsteaks ist es mehr die Musik (bzw. die Rampensau Armin) und meine Nostalgie, die mich zum Schreien und tanzen zwingt. Die beiden Bands haben den Soundtrack zu meiner Jugend geschrieben und sind zurecht immernoch die größten Live-Acts in Deutschland. Ich würde auch mit 60 noch zu „Let me in“ in die Knie gehen, um danach  kreischend in die Luft zu hüpfen – Immer wieder Gänsehaut !

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Dass dieses Jahr komplett ausverkauft wurde, mache ich deshalb vor allem an den Publikumsmagneten Seeed, Beatsteaks, Deichkind und Muse fest. Vielleicht unterschätze ich aber auch die Sogwirkung von internationalen Chartstürmern wie Macklemore,Bastille, Sam Smith und Robin Schulz, wobei ich wieder einmal konstatieren muss, dass die meisten Newcomer US/UK Pfeifen das Konzertgame einfach nicht richtig drauf haben . Die Interaktion mit dem Publikum beschränkt sich meist auf  5 Minütiges PR Geschwafel über Schnitzel, Bier und die Liebe zu Deutschland. Kommt schon, lernt bei Seeed, den Beatsteaks,Deichkind oder Muse. DAS ist eine Show, DAS ist warum ich liebendgerne Geld für Konzerte ausgebe! Nicht das:

Ich bin neugierig, wen das Lollapalooza nächstes Jahr in das Rennen schicken wird.Ich bin sehr sehr gespannt und freue mich darauf. Glückwunsch #Lollaberlin das hat echt Spaß gemacht. Um es mit Peter Fox Worten zu sagen “ Das war für das erstmal doch gar nicht so schlecht“ 😉

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