re:publica ’15 – Stimme des Volkes

Vergange Woche konnte sich die digitale Elite aus aller Herren Länder auf der re:publica die vollgetwitterte Klinke in die Hand geben. In der Station am Gleisdreieck gings drei Tage lang um Webgedöns, irgendwas mit Medien und die digitale Ersatzgesellschaft – ein Zufluchtsort für in die Jahre gekommene Videonerds und Politaddicts, die eine halbe Woche das Büro zwänzen wollten. Ich hab mich da natürlich für eine schmale Mark bestechen lassen und bin hin. Aber nicht um irgendwas zu lernen oder um zu ’net(t)worken‘. Beiläufig vielleicht. Mein erklärtes Ziel: Für so wenig Geld wie nur möglich Getränke abgreifen.

bier 1

READY? – SET – GO!

Re:publica 2015

****

Tag 1 – Zwischen Einhörnern und Freibier

„Ich bin spätestens um 12:00 da!“, höre ich mich noch am Vortag sagen, als um kurz nach eins der Wecker klingelt. Wenn man sich eine Woche „frei“ nimmt, um zur re:publica zu fahren, fällt die Motivation morgens aufzustehen eher gering aus. Ich stehe also um punkt 14:23 vor dem Eingang. Ich bin hochmotivert, alles neue in Sachen Digitale Gesellschaft, Netzpolitik und das Web 2.0 aufzusaugen. Noch.

republica_resized

Ich bin verabredet mit einem Kumpel, der für einen großen Fernsehsender arbeitet. Gemeinsam auf die digitale Pirsch gehen. Soviel zum ehrwürdigen Ziel. Auf dem Weg zum großen Innenhof komme ich schon an der ersten Bar vorbei. Um sechs Euro leichter und einen Gin Tonic reicher, schlawenzle ich zum ausgemachten Treffpunkt. Ich ernte vorwurfsvolle Blicke, dass ich mich augenscheinlich so öffentlich als Teilzeitalkoholiker präsentiere. Läuft.

Etwas angeschickert sitze ich kurze Zeit später im ersten Vortrag. Es geht um ‚Neue Journalismusformate‘. Anwesend sind der Redaktionleiter des Motherboard (Vice) und die Mitbegründerin vom deutschen buzzfeed. Ich beschließe erst, nicht zuzuhören und anschließend eine dumme Frage zu stellen. Verwirrung stiften. Super Einstieg.

Ich frage meinen Kumpel, ob wir was trinken wollen. Auf diese Frage erwarte ich keine Antwort. Vielmehr ist sie als Aufforderung zu verstehen. Und ich bin persönlich beleidigt, wenn dieser nicht nachgekommen wird.

Baden-Württemberg ist toll. Nein, wirklich richtig toll. Als einziger Stand in dem Messebereich wird hier freier Alkohol verteilt. Das ist super! Als Gegenleistung musste man lediglich einen Tweet mit #BWjetzt senden und das war’s. Dieser Einladung bin natürlich ganz non-chalant gefolgt. Vielleicht mehr als einmal. Oops!

twitter

Unmotiviert von dem ganzen Bier und der Vorstellung,  noch mehr Menschen beim Reden zuzuhören, beschließe ich jetzt nichts mehr zu machen. Außer trinken. Viel trinken. Mindestens zwei Liter am Tag. Oder drei?. Ich begebe mich wieder zur Bar. Nachschub. Leider ist der Gin Tonic nicht umsonst 🙁

Tag des Einhorns

Vor der Bar sehe ich dann ein Einhorn. Ein echtes Einhorn. Ich werde glücklich. So unfassbar glücklich. Schöner hätte ein Tag nicht sein können.

einhorn trippyEinhornliebe

****

Tag 2 – She works hard for the money

Eine Freundin von mir hat mich gefragt, ob ich Lust hätte den Nachmittag über eine der Bühnenmoderationen zu übernehmen. „Klar“ hab ich gesagt. Das trainiert mein Sprachempfinden. So bleibt der engagierte Journalist von heute in Form. Außerdem kriegt man dann kostenlos Essen. Und Trinken!

Bevor ich mich jedoch tatsächlicher Arbeit widme, hab ich mich noch ein bisschen was umgeschaut. Konzentration und so.

bier 2

Zur Vorbereitung auf die anstehende Bühnenmoderation hatte ich mir was überlegt. Ich hab mich in den Votrag gesetzt, wo ich im Anschluß mein Programm runterrattern sollte. So zum Gucken, wie sich die Kollegen schlagen und das Ganze überhaupt machen. Der Zufall muss es gewollt haben, dass es dabei um das Thema ‚Kultiviertes Trinken‘ ging. So! Da sage einer nochmal etwas gegen meine Konsumgewohnheiten.

Um den Vortrag etwas aufzuwerten, haben sich die Speaker etwas ganz tolles einfallen lassen: Getränke servieren. Die ganze Zeit. Jeder der Zuhörer hat im Verlauf der Präsentation ständig einen neuen Cocktail bekommen.  Ich muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnen, dass mir diese Leutchen von Grund auf sympathisch waren. So gehört sich das!

123

Von meiner anschließenden Bühnenmoderation weiß ich leider nicht mehr viel … sorry.

 ****

Zeitfeld

Tag 3 – Je später der Abend

Ich zog Bilanz: Freibier, kostenloses Essen und tatsächlich auch etwas gelernt. Bis jetzt alles richtig gemacht. Die re:publica wird mir richtig sympathisch. Sollte ich mich letzten Endes doch über meine rebellischen Prinzipien weggesetzt haben und … naja, ernsthaft mitgemacht haben? Hmm.

Da mein Soll erfüllt war, beschloss ich mich weiter umzuschauen. Und den Leuten ein bisschen auf den Sack zu gehen. In einem speziellen Studio von zeitfeld, konnte man sich von megamäßig vielen Kameras gleichzeitig fotographieren lassen. Das ganze hat dann so ein 3D-Bild-interaktiv-gif ergeben. Sinn? Aber der Sinnhaftigkeit zum Trotze mega spaßig. Ich hab das glaub ich 15 Mal hintereinander gemacht. Bis mir vom vielen Hüpfen schlecht wurde.

animation_Jumpanimation_Jump 2animation_Jump 2animation_Jump

Ein Freund von mir hielt an diesem Tag einen Vortrag. Da bin ich dann hin. Dazu muss man sagen, dass ich der geborere Jubelperser bin. Egal wer, wann, wo auftritt – ich bin ganz vorne mit dabei. Ich bin sowas wie das Boxenluder der guten Laune. Wenn es allerdings darum geht Dinge ernst zu nehmen, bin ich kein Meister. Ich tu‘ das nicht aus Boshaftigkeit. Eher aus Langeweile.

brille

Nach dem Vortrag wollte ich unbedingt nochmal das Fotodingens ausprobieren.

Als ich ankam, wars leider schon abgebaut :-/

halle 360

****

Re:publica ist geil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


RANDOM FAVOURITES
Techno in den 90ern verpasst?
Für all diejenigen, die den großartigen Bericht über die Anfänge von Techno in Berlin nach dem Mauerfall auf Arte am Sonntag verpasst haben, gibt es hier noch einmal den...
(more)

Ben Dahlhaus – Model und Gott
Kennt ihr schon Ben Dahlhaus? Das ist der neue schönste Mann der Welt. Er modelt seit 24 Jahren. Ich meine, man muss sie schon mögen, diese Bärte. Die meisten...
(more)

Berghain DJ Ben Klock unboiled
Wie gut ist das bitte !? Ben Klock seinerseits allseits beliebter Berghain DJ, hatte die Ehre vor einiger Zeit im BoilerRoom samt kamerageiler Crowd zu performen. Nicht dass ...
(more)

SHAMBO ON FACEBOOK


DIARIES
Vom System gefickt
Der moderne Mensch muss sich ja mit allerlei Scheiße auseinandersetzen. Arbeit, Freizeitgestaltung, Freundschaften, das ewige Problem des Über-die-eigenen-Verlältnisse-lebens oder eben Beziehungen. Mit Letzterem beschäftigen wir uns alle ja besonders gerne.
(more)
Stoppt die Toyboy-Diskriminierung!
Unsere Gastautorin Sophia bloggt auf ihrem Personality-Blog Oh Sophia. Für uns hat sie sich eines Themas angenommen, das eine stetig wachsende Zahl von Frauen betrifft. Auch sie hat damit persönliche Erfahrungen gemacht.
(more)
Die Ich - Generation
Ich bin ein Relikt. Aus irgendeiner Zeit, ich kann ja nicht einmal die Epoche einordnen. Oder ein Alien. Ich wundere mich unentwegt über eine Gesellschaft, welche die Worte Zurückhaltung, Benehmen und Höflichkeit nicht mehr kennt.
(more)

HOT MUSIC VIDEOS
Sia – Elastic Heart feat. Shia LaBeouf
Im Sommer haben wir Sias Chandelier zum Song und Video des Jahres ernannt. Wer schon das Video zu Chandelier mit Kindtänzerin Maggie Ziegler psycho...
(more)

PHOTOS
नमस्ते, Kuh und Hakenkreuz
Indien ist mehr Reise als Urlaub. Das Land, seine Menschen und ihre Braeuche kennen lernen. So viele Eindruecke, dass wir sie jetzt noch verarbeiten. Januar-Februar-Maerz, gern mal als die schlimmste Zeit des Berliner Jahres gesehen, schreit foermlich danach, das Weite zu suchen.
(more)
A Boiling Room: Photos
Boiler Room at Stattbad Berlin Wedding last evening was the shit. Modeselektor burned the house with a bassline so loud, the police showed up: switching like mad from one style to another, giving people the climax with a late 90s smasher.
(more)
DJ Hell is everywhere man!
Das war ein Abend vor zwei Wochen. Patrick Mohr Shop Opening und Boiler Room und überall war dieser Dj Hell. Wir haben uns ganz schön bedrängt gefühlt, er hängte sich praktisch an uns und folgte uns von Mitte bis in den Wedding zum Stattbad. Das war echt gruselig.
(more)

VIDEOS
Ghost in the Elevator
Do you know that new I-scare-the-shit-out-of-you video Ghost in the Elevator.
Mean, meaner, the meanest!

Don’t do that to your friends, just don’t!
(more)
Facebook ist ein Drecksverein!
Das wissen wir ja bereits seit einer Weile. So schnell wie wir MySpace verrätermäßig den Rücken gekehrt haben, konnte zwar keiner gucken. Hat sich aber gelegt die Begeisterung, entblöste Daten, geleakte Privatnachrichten, Veröffentlichung privater Fotos.
(more)