Tränen, Knutschen und Glitzerkids

Wir waren ja beim Dockville Festival in Hamburg und haben Bilder gemacht, nicht so sehr von uns, wer will schon drei dreckige, betrunkene Mädchen sehen? Drei Weiber, ein Zelt (it’s magic), Knutschen unter Sternen, Tränen im Suff, Lungern in der Sonne. Einer sind die Klamotten geklaut worden, die andere war die Knutschende und die Dritte, ja, die hatte auch Spaß. Hamburg, Lieblingsstadt halt. Was letztes Jahr aufgrund fortdauernden Regens ein matschiges Schlittervergnügen war, wurde diesmal mit umso mehr Sonnenstrahlen belohnt, Nostalgiespaziergang am Sonntag Nachittag inklusive (mit 18 mal verliebt in einen Hamburger), CD von 2009 im Auto hören, dabei vor Glück heulen sowie komatöses Abgammeln. Achso, die Musik, das Wichtigste. Dazu ist nur zu sagen, Mädchen sind langsam und werden bestraft, indem sie ihre Lieblingsacts verpassen. Hätte man auch gleich später anreisen können, aber aus Dummheit lernt man. Bei Apparat wurde es dann feucht. Das ging ungefähr so:

„Gott, ist das schön.“

„Man, is voll traurig die Mucke.“

„Ja aber auch krass traurig schön.“

„Flennst Du etwa?“

„Man, na und. Du flennst ja auch.“

„Ich iwo. Hast mal bitte ein Taschentuch?“

Ja, Apparat kann auch schon mal gestandene Berlinerinnen zum Heulen bringen, dazu noch Sternenhimmel und derart Kram. Was haben wir noch gesehen? Soley hat ganz klar verzaubert, vor allem aufgrund ihrer bescheidenen, süßen Art. Den hurtig auf der Hip-Welle heran reitenden Heidelberger Jung-Rapper Muso haben wir getroffen, wer hätte gedacht, dass der so nett ist, cooler Typ, toller Gig, vor allem dank Einsatz von Trompete und Xylophon (heißt das Ding so?)! Man könnte jetzt noch weiter aufzählen, Purity Ring, Metronomy, blabla, im Gegensatz zu meinen Begleiterinnen hatte ich noch Ambitionen, dem Programm zu folgen.

Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, ich hatte ein Bett in HH und war dementsprechend fit. Wir haben viele, uns unbekannte Acts entdeckt. Wenn wir uns nur die Namen gemerkt hätten. Ich würde gern Dinge aufzählen, die schief gelaufen sind, aber ich finde nichts. Die Glitzerkids waren süß und lieb, die Fusion-artige Deko cool und das Panorama 1A. Vielleicht ist meine Erinnerung getrübt, aber es ist ja der Nachhall, der zählt. Wann immer ich in Hamburg gewesen bin, hatte ich die beste Zeit. Dockville, immer wieder gern, mit oder ohne Regen!

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Review 1 von Sophia gibt es hier.

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